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Studentenwohnheime – Pro und Kontra

Endlich ist das Abitur geschafft, vielleicht ist auch schon eine Berufsausbildung abgeschlossen, und nun soll mit einem Studium noch die Krone auf den eigenen Bildungsweg gesetzt werden. Also wird der Hochschulkompass nach einem passenden Fach durchsucht, Bewerbungen geschrieben und auf die ersehnte Zusage von der Universität gewartet. Doch was, wenn die bevorzugte Hochschule am anderen Ende von Deutschland oder gar in einem anderen Land liegt?
Oftmals bleibt zwischen Zusage und Semesterbeginn nur weniger als ein Monat, wie also so schnell eine Wohnung in einer Fremden Stadt finden. Um Anschluss im neuen Wohnsitz zu finden und wegen geringer Mietkosten entscheiden sich viele der angehenden Akademiker für ein Studentenwohnheim. Doch diese Art zu Wohnen ist garantiert nicht für jeden geeignet. Wenn man sich aber auf das Leben zwischen verschiedenen Kulturen auf engstem Raum einlassen kann, bereichert diese Erfahrnug das gesamte Leben.
Die meisten Studentenwohnheime Deutschlands unterstehen direkt dem Studentenwerk. Damit sind meist strenge Regeln für die Benutzung der Zimmer verbunden. Oftmals dürfen keien eigenen Möbel mitgebracht werden, Poster an den Wänden sind ebenfalls verboten und im schlimmsten Fall darf während der Nachtruhe kein Besuch mehr empfangen werden. Doch so ist nicht jedes Wohnheim organisiert. Wesentlich mehr Freiheiten bietet ein Studentenwohnheim, das von einer studentischen Selbstverwaltung organisiert wird. Als Musterbeispiel kann hierfür das Hans-Dickmann-Kolleg in Karlsruhe genannt werden, seines Zeichens mit 900 Bewohnern das größte selbstverwaltete Studentenwohnheim in Deutschland.
Hier leben pro Wohnung 15 Menschen zusammen. Eine solche Wohnung enthält drei Toiletten, zwei Duschen und eine große Wohnküche. Geschirr und Einrichtung der Wohnküche sind normalerweise Allgemeingut. Es gibt Quotenregelungen für Ausländer, Studiengänge und Geschlechter, so dass immer eine ausgewogene Mischung an Menschen gewähleistet ist. Zudem wird damit ein zu feste Gruppenbildung verhindert. Zieht ein Bewohner aus seinem Zimmer aus, entscheiden meist die übrigen Bewohner über einen Nachmieter. Zudem bietet jedes Wohnheim ein großes Freizeit- und Hilfsangebot, etwa eine Fahrradwerkstatt oder Sportveranstaltungen.
Wie erwähnt, ist das Leben in einem Studentenwohnheim aber nicht für jeden geeignet. Nachtruhe ist auch unter der Woche meist keine Selbstverständlichkeit, denn bekanntlich feiern Studenten zu jeder Zeit. Doch selbst wenn gerade keine Party in der Küche stattfindet, kann das Heimkino des Zimmernachbarn so manchen Schlaf zunichte machen. Ordnung in der Küche ist bei 15 Bewohnern auch nicht immer garantiert. Die Instandhaltung der gemeinschaftlichen Räume wird jedoch von einem in der Miete inbegriffenen Putzteam geleistet. So kommt niemand in die Verlegenheit, die Hinterlassenschaften der Mitbewohner säubern zu müssen. Da aber nur zwei Mal wöchentlich geputzt wird, können auch ordnungstechnische Durststrecken auftreten. Insgesamt muss man also sehr viel Toleranz an der Tag legen.
Kann man sich mit diesen Umständen anfreunden, ist ein Studentenwohnheim die wahrscheinlich beste Wahl, um sich für einige Semester am neuen Wohnort zu etablieren. Viele bleiben auch ihr ganzes Studium, denn die vielen Erfahrungen, die ein Studentenwohnheim bietet, kann man nie wieder nachholen.

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