Posts Tagged 'Ratte als Haustier'

Ratten – Haustier mit Vorurteilen

Wer kennt sie nicht, die possierlichen kleinen Tierchen mit den scharfen Nagezähnen und dem langen Schwanz. Doch leider wissen die meisten Menschen, vor allem im gehobenen Erwachsenenalter, viel zu wenig über die Nager. Seit dem Film „Rattatoulle“ wünschen sich viele Kinder eine Ratte als Haustier, doch oft scheitert dies an der festgefahrenen Volksmeinung, die Tiere würden Menschen beißen und dabei Krankheiten übertragen.
Dieses Gerücht wurde jedoch schon vor langer Zeit wiederlegt. Vielleicht waren Krankheiten bei einer mittelalterlichen Kanalratte noch ein aktuelles Thema, doch die moderne Ratte aus der Zoohandlung oder, noch besser, aus einer privaten Notfallvermittlung, überträgt ungefähr so viele Krankheiten wie ein Hamburger mit Pommes Frittes. Ganz im Gegenteil, Ratten sind perfekte Haustiere für Kinder ab 12 Jahren. Ratten beißen normalerweise auch keine Menschen, außer diese kommen ihnen auf ihrem Territorium zu nahe. Drängt man das Tier in seinem Käfig in die Ecke, kann ein kleiner Biss zur Selbstverteidigung durchaus vorkommen. Auch dabei wird aber niemals eine Krankheit übertragen.
Doch was muss bei der Anschaffung und Haltung der Tiere alles beachtet werden?
Zunächst muss für die Großnasen ein geräumiger, hoch gebauter Käfig von mindestens 0,5 Kubikmetern Raum gekauft oder gebaut werden. Am wichtigsten ist jedoch, dass man Ratten niemals einzeln halten darf. Ein Rudel aus minestens zwei Tieren ist unerlässlich für das seelische Gleichgewicht der Ratten. Zudem wird pro Tier mindestens ein Schlafhäuschen sowie ein wenig Spielzeug zum Klettern und Nagen benötigt.
Auch ein grundliegendes Verständnis für das Wesen der Ratten muss beim Halter vorhanden sein. Deswegen sind Kinder unter 12 Jahren nicht als Halter geeignet, da diese meist nicht akzeptieren können, dass Ratten eher nachtaktiv sind und am Nachmittag meist schlafend oder entspannend in ihrem Käfig herumliegen. Sie dabei ständig zu stören und sie auf den Schoß zu zwingen würde die empfindliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier deutlich beeinträchtigen. Eine Stunde täglicher Beschäftigung mit den Haustieren ist ebenfalls Pflicht. Ratten brauchen den Kontakt zu ihrem Herrchen und täglichen Freilauf außerhalb des Käfigs.
Weiterhin müssen Stromkabel sicher verlegt sein, da die Tiere nur zu gerne die glänzende Schnur auf Geschmack und praktische Verwertbarkeit prüfen, bevorzugt natürlich mit den Zähnen. Der Nagertod ist dann leider vorprogrammiert.
Da Ratten nur etwa zwei, höchstens drei Jahre alt werden, geht der Halter mit der Anschaffung auch keine allzugroße Verpflichtung ein, wie es bei einem Hund oder einer Katze der Fall wäre. Mit diesem Wissen sollte auch für Anfänger die Rattenhaltung gut zu bewältigen sein. Vorurteile sind fehl am Platz und wenn man den Tieren etwas Zeit gibt, werden sie dem Halter von alleine ihre Freundschaft anbieten.

Advertisements

Themen


%d Bloggern gefällt das: